Der
Wasserschulgarten
Chemische
Untersuchung
Aquatischen-Modell-Vegetations-Anlage
Jahrgangsstufe
11
Stoffkreisläufe in Natur und Umwelt
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Naturnahe Wasserreinigung durch
Schilfpflanzen Bei
einem Besuch des Forschungszentrums Jülich lernten Schülerinnen und
Schüler der Umwelt-AG „Wasserschulgarten“ des
Gymnasiums Zitadelle
die AMOVA (Aquatische Modell-Vegetations-Anlage) von
Herrn Dr. Eberhard Stengel kennen. Von der Funktion der Anlage
beeindruckt und der Möglichkeit die Gewässerqualität auch neben dem
bereits geplanten Schilfgürtel im Teich des Wasserschulgartens
zusätzlich zu verbessern, kamen die Schüler auf die Idee im Bereich
des Wasserschulgartens eine solche bzw. eine vergleichbare Anlage
einzurichten.
Die
ökotechnische Anlage im Brückenkopf-Park besteht aus einem 12 m langen
und 2 m breiten Becken, dass in zwei mit Kies befüllte und mit Schilf
bepflanzte Kammern unterteilt ist, und befindet sich auf der Halbinsel
des Wasserschulgartens. Die Zirkulation des Wassers zwischen
Teich und Schilfanlage wird durch Pumpen geregelt.
Der
Bau der Anlage und eines Trennbauwerks vor dem bereits bestehenden
Schilfgürtel erschien erforderlich, da das in den Wasserschulgarten
eingeleitete Wasser durch den herbstlichen Laubfall des starken
Baumbestandes entlang des Brückenkopfweihers, durch den Entenbesatz des
Brückenkopfweihers und des Zooteiches und der unmittelbar an den
Zooteich angrenzenden Freifläche für verschiedene Vögel organische
und anorganische Fracht mit sich führt und somit eine Eutrophierung im
Teich des Wasserschulgartens bedingt. Gelingt die Reinigung des Wassers, könnten sich verschiedene Wasserpflanzen (z.T. auch seltene Pflanzen) besser entwickeln. Die Lebensgemeinschaften mit diesen Pflanzen blieben erhalten. Ein ausgeprägtes Nahrungsnetz könnte sich im Teich ausbilden. Weniger getrübtes Wasser lässt die von Beginn an gewünschte Betrachtung der Unterwasserpflanzen zu.
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Schilfrohr
Ausgehend von einem tief
reichenden Rhizomsystem entwickelt sich ein hochwüchsiges Gras mit 1
– 4 m hohen und 15 – 23 mm dicken Stängeln.
Die Blattspreiten sind 15 – 30
mm breit. Von Juli bis September treten 20 – 50 cm lange, gelblich bis
dunkelpurpurne, vielblütige Rispen auf.
Schilfrohr ist wie andere
Sumpfpflanzen an den sauerstoffarmen bis sauerstofffreien unterirdischen Teil seines Standortes angepasst.
Das Rhizom wird durch ein
Luftkanalsystem, das über die Blätter, die Halme und den
Wurzelhorizont ausgebreitet ist, mit ausreichend Sauerstoff versorgt.
Durch eine Ventilation von jungen zu alten Halmen wird einerseits Luft
und damit Sauerstoff zum Rhizomsystem befördert und anderseits werden die vom Rhizom
aufgenommenen Stoffe, wie z.B. Distickstoffmonoxid und der molekulare
Stickstoff, in die Atmosphäre gepumpt. Auch Phosphate werden in hohem
Maße eliminiert. |
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Ausschnitt aus Myriophyllum (Tausendblatt) als Modellbeispiel für Wasserpflanzen Dr. E. Stengel |
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| Umweltfaktoren,
wie die Sonne und der Wind, erzeugen in und um Pflanzen bei den Gasen
Temperatur- und Wasserdampfpartialdruck-Gradienten, die bei
Vorhandensein einer feinporösen Trennschicht zu - einem Druckaufbau in
der Pflanze führen. Dieser bewirkt einen Ventilationsstrom, der die im
Sediment angesiedelten oder untergetauchten - Pflanzenorgane mit
Sauerstoff versorgt („belüftet“). |
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Welche Möglichkeiten bieten sich beim Besuch des „Grünen Klassenzimmers“? Wasserproben können vor der AMOVA und am Auslauf der Anlage entnommen werden und die Ammonium-, die Nitrit- und die Nitratkonzentrationen mittels eines Fotometers bestimmt werden. Es liegen Erkenntnisse vor, die die Ansprache der Umwandlung von Stickstoffverbindungen im Bereich des durchwurzelten Bodens im folgenden Unterricht ermöglichen. Morphologische Untersuchungen der Schilfpflanzen und Druckmessungen am Schilfhalm zeigen die besondere Anpassung der Wasserpflanzen an den Lebensraum auf.
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